Besuch von Gunter Kaufmann

Mai 2003 - Gunter Kaufmann beim SPD-Ortsverein Lichtenau

Grundlegende Reformen im Bildungssystem

„Über die Bildung unserer Kinder entscheidet nicht zuletzt die Ausbildung unserer Lehrer.", so der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Gunter Kaufmann auf der Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Lichtenau zum Thema „Wohin geht die Hauptschule ?".

Den Besuchern im gut besuchten evangelischen Gemeindezentrum erläuterte Gunter Kaufmann zunächst einige Defizite im Bildungsbereich: mangelnde Sprachkenntnisse bei der Einschulung, unzureichende Integration bei Kindern mit Migrationhintergrund sowie die Korrelation zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen.
Die Pisastudie habe gezeigt, dass 20% aller 15-Jährigen wegen unzureichender Lesekompetenz nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten, so Kaufmann.
„Reformbemühungen haben bereits im Kindergarten anzufangen.", betonte der Abgeordnete. So sei nach den Plänen der SPD vorgesehen, künftig bei allen Kindern im Alter von fünf Jahren eine Sprachstandsdiagnose zu machen.
„Die Einschulung macht erst dann Sinn, wenn der Schüler dem Unterricht in deutscher Sprache folgen kann."
Das nächste Problem stelle sich, wenn die Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse auf unterschiedliche Schulen verteilt werden. „Diese soziale Selektion ist durch nichts zu rechtfertigen, weil in diesem Alter Neigungen und Begabungen noch nicht eindeutig festzustellen sind.", so Kaufmann. Er plädierte deshalb für die sechsjährige Grundschule und verwies auf wissenschaftliche Untersuchungen, die deren Vorteil deutlich belegen.
Bei einem weiteren Reformvorschlag wurde deutlich, warum das Thema des Abends nur in eine Gesamtbetrachtung eingebettet sein kann: Die SPD im Land setzt sich für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ein.
Haupt- und Realschulen sollen zu so genannten Regionalschulen zusammengelegt werden.
Auf Nachfrage eines Zuhörers erläuterte Herr Kaufmann, dass dieser Reformschritt nicht zur völligen Auflösung der Hauptschulen führen solle, da innerhalb der Regionalschule auch weiterhin die Möglichkeit zweier unterschiedlicher Abschlüsse vorgesehen sei. Mit der Zusammenlegung zu einer Institution solle vor allem das Negativimage der Hauptschulen beseitigt und soziale Ausgrenzung überwunden werden.
Der schlechte Ruf der Hauptschulen sei mittlerweile so weit gediehen, dass dort niemand mehr unterrichten möchte. „Das Ausmaß fachfremden Unterrichts ist nirgends so hoch wie an Haupt- und Berufsschulen.", so der mittelbadische Abgeordnete. Das könne auch durch pädagogische und psychologische Kompetenzen nicht ausgeglichen werden, die bei Hauptschullehrern sehr wohl vorhanden seien.
Deshalb sei es, nach Aussage von Gunter Kaufmann, notwendig, die Reform der Lehrerbildung zügig anzugehen.
Kernthese: Gymnasial- und Berufsschullehrer werden in ihrem Fach exzellent ausgebildet, aber nicht auf ihren Beruf als Pädagoge vorbereitet. Die Ausbildung müsse sich verstärkt auf die Bereiche Pädagogik, Kommunikations- und Medienkompetenz konzentrieren und die Erfordernisse des Berufsalltags berücksichtigen.
Bereits während des Studiums sei ein praktisches Pflichtjahr an der Schulart, an der später unterrichtet werden soll, vorgesehen. Das Vorbereitungsjahr oder Referendariat solle nur ein Jahr dauern. Im Anschluss hieran erfolge dann nach den Vorstellungen der SPD-Landtagsfraktion eine fünfjährige Berufseinstiegsphase, in der die Berufseinsteiger weiterhin betreut würden. Zuständig für die Betreuung in Praxisjahr, Vorbereitungsdienst und Berufseinstiegsphase seien Zentren für Lehrerbildung.
Auf die Frage nach der Realisierbarkeit der Reformvorschläge, gab Kaufmann den Vorschlägen zur Änderung der Lehrerbildung die besten Chancen. Den größten Widerstand erwarte er – aus „ideologischen Gründen" – bei der Hinwendung zu einem zweigliedrigen Schulsystem.
Bleibt, mit den Worten einer Zuhörerin formuliert, zu hoffen, dass dieser Streit nicht auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen wird.




Zurück zur Übersicht

Jusos Rastatt/Baden-Baden

 

Neues aus dem Land

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog.

Nach Ablauf der Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen am gestrigen Sonntag stehen die Kandidaturen für den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg fest. Für das Amt bewerben sich Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als Doppelspitze. Zudem treten Dr. Dorothea Kliche-Behnke und Carsten Lotz jeweils mit Einzelkandidaturen an.

Verleihung des Carlo-Schmid-Preises an Prof. Dr. Maja Göpel
Freitag, 8. Mai 2026, 17:00 Uhr
Aula der Universität Mannheim

im Namen der Carlo-Schmid-Stiftung laden wir Sie herzlich zur 15. Verleihung des Carlo-Schmid-Preises ein.

Das Wahlergebnis vom 8. März markiert einen der bittersten Abende für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg. Klar ist: Wir brauchen eine echte Neuaufstellung und einen Weg, den wir gemeinsam gestalten. Wir laden euch ein, die Zukunft unserer Partei aktiv mitzuprägen.

Der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg hat im Rahmen seiner Klausurtagung am 17. und 18. April in Stuttgart nach intensiven Beratungen beschlossen, eine Mitgliederbefragung zur Wahl des Landesvorsitzes durchzuführen. Dem Beschluss ging ein ursprünglich geplanter Sondierungsprozess voraus.

Der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg hat in seiner heutigen Sitzung zentrale Beschlüsse zur Aufarbeitung der Landtagswahl 2026 sowie zur organisatorischen und personellen Neuaufstellung der Partei gefasst. Ziel ist es, die notwendigen Konsequenzen aus dem Wahlergebnis zu ziehen und zugleich zügig die Voraussetzungen für einen Neustart der SPD im Land zu schaffen.

10.03.2026 13:20
Danke, für euren Einsatz!.
In den letzten Monaten habt ihr alles gegeben. Ihr seid nach Feierabend an die Haustüren gegangen, habt bei Wind und Wetter Plakate geklebt und hunderte Gespräche geführt. Ihr habt eure Freizeit geopfert, weil ihr an ein gerechteres Baden-Württemberg glaubt.

03.03.2026 14:05
Tour-Abschluss in Mannheim.
Unser Spitzenkandidat Andreas Stoch war in den vergangenen Wochen in allen 70 Wahlkreisen unterwegs. Er hat mit den Kandidierenden an hunderten Türen geklingelt, die "Hidden Champions" unseres Mittelstands besucht und in 29 Townhalls seine Vision eines gerechteren Baden-Württembergs geteilt. In Mannheim findet die "Tour für Dich" nun ihren Abschluss.

Wenige Wochen vor der Landtagswahl hat die SPD Baden-Württemberg bei ihrem Politischen Aschermittwoch in Ludwigsburg die Regierungsparteien deutlich attackiert und zugleich ihren Anspruch bekräftigt, Baden-Württemberg entschlossen aus dem Stillstand zu führen.

Wir laden euch herzlich zu unserem traditionellen Politischen Aschermittwochein ein. Dieser findet am 18. Februar 2026 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg statt. Wir freuen uns sehr, dass unser Generalsekretär der SPD Tim Klüssendorf uns in Ludwigsburg besucht!