SPD im Land: Ganztagsgarantie in Baden-Württemberg

Veröffentlicht in Landespolitik

Heute hat im Stuttgarter Haus der Architekten das jährliche Spitzentreffen der SPD Baden-Württemberg stattgefunden. Zu den etwa 70 TeilnehmerInnen zählten die sozialdemokratischen Mitglieder der Landesregierung, die Vorstände der Landtagsfraktion und der Landesgruppe, die Mitglieder des Parteivorstands aus Baden-Württemberg, die Europaabgeordneten sowie die sozialdemokratischen Oberbürgermeister.

Auf dem Spitzentreffen wurde unter anderem das folgende Eckpunktepapier zur Schaffung einer Ganztagsgarantie vom ersten Geburtstag bis zum letzten Schultag ab dem Jahr 2018 vorgelegt.

 

Eckpunkte für eine Ganztagsgarantie in Baden-Württemberg

 

Die SPD will bis zum Jahr 2018 eine Ganztagsgarantie in Baden-Württemberg einführen. Wir wollen Kindern vom ersten Geburtstag bis zum letzten Schultag in unserem Land ganztägige, qualitätsvolle Bildungs- und Betreuungsangebote gewährleisten. Damit wollen wir mehr Chancengleichheit, mehr individuelle Förderung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Baden-Württemberg erreichen.

Wir haben dazu in der grün-roten Landesregierung bereits einiges auf den Weg gebracht: Wir haben mit den Kommunen den „Pakt für Familien“ geschlossen und die Fördermittel bei der Kleinkindbetreuung verdreifacht, die Sprachförderung ausgebaut, die Gemeinschaftsschule eingeführt und weitere Ganztagsschulen genehmigt. Aktuell werden wir weiterhin alles daransetzen, unseren Beitrag dazu zu leisten, den Rechtsanspruch in der Kleinkindbetreuung (1 bis 3 Jahre) ab August 2013 zu erfüllen. Dazu gehört insbesondere auch die Bekämpfung des Fachkräftemangels.

 

Wir wollen aber auch ganztägige Betreuung im „klassischen“ Kita-Bereich der Kommunen von 3 bis 6 Jahren, die ganztägige Bildung und Betreuung in den Grundschulen sowie an den weiterführenden Schulen bis 2018 Schritt für Schritt ausbauen und systematisch zu einem Gesamtkonzept verdichten. Uns kommt es darauf an, eine lückenlose Bildungs- und Betreuungskette zu schaffen, die Kindern vom frühkindlichen Alter bis zum Schulabschluss ganztägige und qualitativ hochwertige Angebote garantiert. Dazu gelten für uns folgende Eckpunkte, die wir in diesem Jahr weiter konkretisieren werden:

Nach dem erfolgreichen Ausbau ganztägiger Angebote im frühkindlichen Bereich wollen wir sicherstellen, dass es daran anschließende Angebote auch in der Primarstufe gibt.

Wir streben ganztägige Angebote an, die von hohen fachlichen Standards geprägt sind. Ehrenamtliche Strukturen und Organisationsformen können professionelle ergänzen, grundsätzlich aber muss die Letztverantwortung bei den öffentlichen Trägern von Schule bzw. Jugendhilfe und den Kommunen liegen. Dabei ist der Ausbau ganztägiger Angebote als ein gesamtgesellschaftliches Projekt zu verstehen; alle beteiligten Institutionen müssen sich gegenüber der Gesellschaft öffnen. Deren Eigenständigkeit und deren Selbstverständnis müssen dabei gewahrt bleiben, eine Vergesellschaftung von Kindheits- und Jugendphase vermieden werden.

 

Ganztägige Konzeptionen sind dann besonders wirkungsvoll, wenn sie Betreuungs- und Freizeitangebote auf der einen und Bildungsangebote auf der anderen Seite auf intelligente Weise miteinander verbinden. Angebote des formalen und informalen Lernens müssen sich ergänzen. Die Rhythmisierung der Angebote bietet hierfür stets gute Rahmenbedingungen.

Beim Ausbau der ganztägigen Angebote wollen wir die unterschiedlichen Bedürfnisse der Familien berücksichtigen. Aus Gründen der Akzeptanz wollen wir Flexibilisierungen zulassen, grundsätzlich streben wir aber aus pädagogischen Gründen verbindliche Ganztagskonzeptionen an. Mit anderen gesellschaftlichen Akteuren wie zum Beispiel den Kirchen streben wir den intensiven Austausch und nach Möglichkeit Konsens an.

Bisher unterschiedlich konzipierte und finanzierte Ganztagsangebote wollen wir systematisieren und auf eine gemeinsame rechtliche, finanzielle und organisatorische Basis stellen. Dies dient auch einem ressourcenschonenden Umgang mit öffentlichen Finanzen.

Die Inanspruchnahme von Ganztagsangeboten darf in keinem Fall an den finanziellen Möglichkeiten von Familien scheitern. Die Angebote sind als öffentliche Dienstleistung zu konzipieren und – sofern Teile refinanziert werden müssen – im Rahmen der staatlichen Leistungsfähigkeit zu finanzieren.

 

Ganztägige Angebote müssen von den Kommunen als Träger der öffentlichen Jugendhilfe und der Schulen einerseits und vom Land andererseits gemeinsam verantwortet werden. Die Finanzierung neuer Angebote kann nur in gemeinsamer Verantwortung gelingen.

Der Ausbau weiterer Ganztagsangebote wird einen erheblichen Ressourcenmehraufwand auslösen. Deshalb wird der Ausbau nur schrittweise möglich sein. Er soll aus fachlichen Gründen zunächst bei den Grundschulen beginnen. Wir setzen uns als Partei und als Teil der Landesregierung beim Bund für eine Beteiligung an diesen Kosten ein.

Wir wollen die derzeitigen Verhandlungen mit den kommunalen Landesverbänden in Baden-Württemberg in diesem Jahr erfolgreich zu Ende führen. Deshalb stehen wir zur Zusage der Landesregierung, dass das Land bis zum Jahr 2016 keine Grundschule in Baden-Württemberg schließen wird.

 

 

Homepage SPD Kreisverband Mittelbaden

Jusos Rastatt/Baden-Baden

 

Neues aus dem Land

Zum heute vorgestellten Reformpaket der Koalition erklären die SPD-Landesvorsitzenden Isabel Cademartori und Robin Mesarosch:

"Die vereinbarte Steuerreform geht in die richtige Richtung: Die meisten Leute müssen zukünftig weniger Steuern auf ihre Arbeit bezahlen. Das ist gut so. Damit das rechnerisch aufgeht, werden wir sehr hohe Einkommen wieder stärker beteilige

Ein AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht wäre wahrscheinlich erfolgreich, resümiert das heute veröffentlichte Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Die SPD in Baden-Württemberg sieht sich darin bestätigt, weiter den Druck für ein AfD-Verbot zu erhöhen.

Auf ihrem Landesparteitag hat die SPD Baden-Württemberg ihre Parteispitze und den Landesvorstand neu gewählt und wichtige Anträge beschlossen. Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden die Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert (83,2 Prozent) und Parsa Marvi (73,0 Prozent) wiedergewählt. Neu in das Amt gewählt wurden Yannik Hummel, Forstwirt und Student, mit 80,9 Prozent der Stimmen und die Landtagsabgeordnete Viviane Sigg mit 85,9 Prozent.

Die SPD Baden-Württemberg hat Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als neue Landesvorsitzende gewählt. Auf Isabel Cademartori entfielen 87,8 Prozent der Stimmen der Delegierten, auf Robin Mesarosch 78,5 Prozent. Mit Isabel Cademartori (38) und Robin Mesarosch (35) steht künftig das jüngste Führungsduo an der Spitze einer Landes-SPD in Deutschland.

Bei der Mitgliederbefragung der SPD Baden-Württemberg zum Landesvorsitz haben Isabel Cademartori und Robin Mesarosch die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Auf Isabel Cademartori und Robin Mesarosch entfielen 56,5 Prozent der Stimmen, auf Dorothea Kliche-Behnke 24,5 Prozent und auf Carsten Lotz 16,9 Prozent. Dies gab der Wahlvorstand der SPD Baden-Württemberg am Dienstagvormittag im Rahmen einer Landespressekonferenz bekannt.

Die Carlo-Schmid-Stiftung hat am Freitagabend in der Aula der Universität Mannheim den Carlo-Schmid-Preis 2026 an die Transformationsforscherin Prof. Dr. Maja Göpel verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt die Stiftung ihren herausragenden Einsatz für Wissenschaft, öffentliche Aufklärung und den faktenbasierten gesellschaftlichen Dialog.

Nach Ablauf der Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen am gestrigen Sonntag stehen die Kandidaturen für den Landesvorsitz der SPD Baden-Württemberg fest. Für das Amt bewerben sich Isabel Cademartori und Robin Mesarosch als Doppelspitze. Zudem treten Dr. Dorothea Kliche-Behnke und Carsten Lotz jeweils mit Einzelkandidaturen an.

Verleihung des Carlo-Schmid-Preises an Prof. Dr. Maja Göpel
Freitag, 8. Mai 2026, 17:00 Uhr
Aula der Universität Mannheim

im Namen der Carlo-Schmid-Stiftung laden wir Sie herzlich zur 15. Verleihung des Carlo-Schmid-Preises ein.

Das Wahlergebnis vom 8. März markiert einen der bittersten Abende für die Sozialdemokratie in Baden-Württemberg. Klar ist: Wir brauchen eine echte Neuaufstellung und einen Weg, den wir gemeinsam gestalten. Wir laden euch ein, die Zukunft unserer Partei aktiv mitzuprägen.

Der Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg hat im Rahmen seiner Klausurtagung am 17. und 18. April in Stuttgart nach intensiven Beratungen beschlossen, eine Mitgliederbefragung zur Wahl des Landesvorsitzes durchzuführen. Dem Beschluss ging ein ursprünglich geplanter Sondierungsprozess voraus.